Leitfäden
Was ist Prozessdaten-Recycling? Definition, Beispiele und Ablauf
Von Francesco Wiedemann und Peter Meier · · 3 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
- Prozessdaten-Recycling bezeichnet die Lizenzierung anonymisierter Prozessdaten aus Unternehmen für das Training von KI-Modellen.
- Prozessdaten sind Aufzeichnungen darüber, wie Arbeitsabläufe in Ihren Tools ablaufen: im CRM, im ERP, in Ticketsystemen.
- Sie entstehen ohnehin im laufenden Geschäft; beim Recycling werden sie anonymisiert und ein zweites Mal genutzt, als Trainingsdaten für KI.
- Prozessdaten-Recycling ist kein Verkauf von Kunden- oder Beschäftigtendaten: Daten, die Sie für Kunden verarbeiten, sind ausgeschlossen, und Personen werden vor jeder Lizenzierung anonymisiert.
Definition
Prozessdaten sind Aufzeichnungen darüber, wie ein Arbeitsvorgang von Anfang bis Ende durch die Tools eines Unternehmens läuft: wer ihn angestoßen hat, welche Systeme er durchlaufen hat, was unterwegs korrigiert wurde und was am Ende herauskam. Typische Quellen sind CRM, ERP, Ticketsysteme, Code-Repositories und interne Wissensdatenbanken.
Prozessdaten-Recycling bezeichnet die Lizenzierung dieser Daten in anonymisierter Form für das Training von KI-Modellen. Der Begriff beschreibt, was passiert: Die Daten existieren bereits, und sie werden ein zweites Mal genutzt.
Ein Beispiel
- Der Vertrieb schlägt im CRM eine Preiserhöhung vor.
- Finance prüft im ERP die Marge und verlangt einen größeren Schritt.
- Der neue Preis wird im CRM eingetragen.
- Ein Ticket zur Anpassung der Preisliste wird geschlossen.
Jeder Schritt für sich ist ein gewöhnlicher Datensatz. Zusammen zeigen sie eine vollständige Entscheidung über vier Systeme, inklusive Korrektur. Genau diese verknüpfte Spur macht Prozessdaten wertvoll.
Warum KI-Labore Prozessdaten brauchen
KI-Modelle haben viel aus öffentlichen Texten gelernt, aber wenig darüber, wie professionelle Arbeit tatsächlich abläuft. KI-Agenten sollen inzwischen in CRM, ERP und Ticketsystemen arbeiten. Um sie zu trainieren und zu testen, brauchen Labore realistische Aufzeichnungen mehrstufiger Arbeit mit Ergebnis, und die entstehen nur in Unternehmen.
Was Prozessdaten-Recycling nicht ist
- Kein Weiterverkauf von Kundendaten. Daten, die Sie im Auftrag von Kunden im Rahmen eines AVV verarbeiten, sind ausgeschlossen.
- Keine Personenprofile. Namen werden ersetzt, Details verallgemeinert oder entfernt und das Ergebnis geprüft, bevor etwas lizenziert wird.
- Keine Maschinendaten (in diesem Zusammenhang). In der Produktion meint „Prozessdaten“ oft Sensordaten von Anlagen. Hier geht es um Aufzeichnungen von Geschäftsabläufen.
So läuft Prozessdaten-Recycling ab
Der Ablauf hat vier Schritte: Eignung prüfen, Rechte klären, in der EU anonymisieren und veredeln, dann lizenzieren und verdienen. Details stehen in unserem Leitfaden zur Lizenzierung von Unternehmensdaten und im Leitfaden zu DSGVO und KI-Trainingsdaten.
Erzeugt Ihr Unternehmen lizenzierbare Prozessdaten? Der Eignungs-Check dauert etwa eine Minute und braucht keinen Daten-Upload.
Häufige Fragen
Ist Prozessdaten-Recycling dasselbe wie Daten verkaufen?
Nicht ganz. Verkauft wird nicht der Originaldatensatz, sondern lizenziert wird eine vereinbarte, anonymisierte Kopie für festgelegte Zwecke. Originaldaten und Eigentum bleiben bei Ihnen.
Welche Unternehmen erzeugen nutzbare Prozessdaten?
Jedes Unternehmen, das seine Arbeit über Software wie CRM, ERP, Ticketsysteme oder Code-Repositories abwickelt. IsarTrust arbeitet derzeit mit Unternehmen ab 25 Mitarbeitenden und mindestens drei Jahren durchgehender Daten.
Sind die Daten Ihres Unternehmens lizenzierbar?
Rund eine Minute, kein Daten-Upload.
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